ich werde diese sammlung in zukunft aktualisieren, wenn ihr noch andere web-serien kennt, dann schreibt doch bitte einen kommentar
1. seeking simone
2. Anyone But Me
3. apples (spanisch)
4. lovers and friends
5. We have to stop now
6. BJ Fletcher
7. Time Traveling Lesbian
8. Far Out
9. Plan V (argentinien)
10. CHICA BUSCA CHICA (spanisch, englische untertitel)
Montag, 13. Juli 2009
sammlung lesbischer web serien
privilegien für jedermann
also ich stolpere zur zeit öfters mal über eine sache, die mich verwirrt. es scheint zur zeit besonders schick zu sein, von privilegien zu sprechen und sich nicht mehr nur als opfer zu verstehen, sondern man stellt fest wie privilegiert man eigentlich ist. so stellt nun die angestellte lesbe fest, dass sie eine migrantische putzfrau hat und sogar ne krankenversicherung.
so lese ich gerade auf der website des gender is happening:
"Besonders eindrucksvoll war die Privilegiertengalerie: 50 Zettel an einer Wand; jeder Zettel mit ein, zwei Sätzen, in der Art von: Niemand möchte meinen Personalausweis sehen, um meine Aussage zu meinem Geschlecht zu überprüfen. Oder: Ich finde bei öffentlichen Veranstaltungen mühelos eine Toilette, bei deren Besuch ich kein Aufsehen errege. Oder: Ich bekomme bei meiner Bank Kredit zu gleichen Beträgen und Konditionen wie Menschen anderer sexueller Identität. Und: Menschen, denen ich zum ersten Mal begegne, stellen mir keine Fragen zum Vorhandensein oder Aussehen meiner Geschlechtsorgane. (Sätze aus dem Gedächtnis zitiert, Abweichungen vom Original möglich.) Menschen, die sich nie mit dem Thema sexueller Identität befasst haben, wird bei der Lektüre der Zettel bewusst, wie tief und weit gesellschaftliche Diskrimination reicht. Viele waren ganz schön baff."
quelle
also gut, dass ist aufrüttelnd, aber soll man das nun wirklich als privilegien verhandeln? sollte es nicht eher selbstverständlich sein, dass banken niemanden aufgrund des geschlechts diskriminieren und sollte nicht eher geschlecht aus dem personenstandsregister entfernt werden, als es als privileg wahrzunehmen, wenn man diesbezüglich keine probleme hat.
in meinem fremdwörterduden steht: privileg bedeutet eine besondere verordnungen,ein ausnahmengesetze, ein vorrecht oder ein sonderrecht.
in wikipedie liest man: "Ein Privileg (v. lat.: privilegium = Ausnahmegesetz, Vorrecht; Plural: Privilegien) ist ein Vorrecht, das einem Einzelnen oder einer sozialen Gruppe zugestanden wird."
mich stört an der derzeitigen debatte, dass selbstverständlichkeiten, plötzlich als privilegien gelten, nur weil sie es in der gesellschaftlichen realität für andere nicht selbstverständlich sind. beispielsweise sah es vor kurzem jemand als privileg an, dass wir in Berlin zwei CSDs haben, wo man in Warschau noch nicht mal einen gewaltfrei veranstalten könne. ich finde aber, dass das doch kein privileg ist, sondern ein bürgerrecht (versammlungsfreiheit). es ist doch keine ausnahmeregelung, sondern es sollte doch die regel sein, dass alle überall demonstrieren dürfen und eben auch die homos, so wie alle anderen auch.
ich finde man sollte selbstverständlichkeiten nicht als privilegien werten, nur weil andere sie nicht haben. also nur weil ich eine krankenversicherung habe, ist es doch keine privileg. ich finde nicht, dass dieses ein bevorzugung darstellt, sondern ein menschenrecht. also menschenrechte können keine privilegien sein, sondern sie müssen für alle gelten.
privilegien können für mich erst jenseits von selbstverständlichkeiten anfangen, also jenseits einer bestimmten wohlfühlzone für alle, d.h. dinge wie bildung, gesundheit, unversehrtheit, meinungsfreiheit, religionsfreiheit etc.. das alles darf für mich niemals als privileg verstanden werden. bildung ist doch kein privileg, sondern jeder hat ein recht darauf! freizeit in einem bestimmten maße ist kein privileg, sondern ein gutes recht eines jeden. selbstbestimmung ist kein privileg, sondern ein recht.
also, wenn mir eine hetero-frau erzählen würde, wie ach so privilegiert sie mir gegenüber ist, weil sie sich frei fortpflanzen kann, dann würde ich ihr sagen, erstens darf sie das nicht und zweitens finde ich es verheerend, wenn sie ihre eingeschränkten rechte diesbezüglich als privileg versteht, wo es doch ihr gutes recht ist, für dessen vollständige umsetzung für alle sie sich einsetzen sollte.
also, ich finde es tatsächlich gefährlich alle selbstverständlichkeiten nun als privilegien auszuhölen, wie als hätte man kein recht darauf, nur weil es anderen vorenthalten wird, die genauso ein recht darauf haben. man darf sich doch nicht kleiner machen als man ist.
aber vermutlich habe ich da etwas falsch verstanden, dann klärt mich bitte auf, aber mir kommt die diskussion wirklich etwas schräg teilweise vor.
es ist ja schön und gut festzustellen, dass man vielleicht nicht der letzte abschaum der gesellschaft ist, sondern ganz schön bequem abgesichert durch's leben schreitet und das auf kosten von anderen. aber ich denke, hier ist eher eine stück demut angebracht. man sollte auch all diese rechte, güter und möglichkeiten, die man besitzt, nicht als selbstverständlich wahrnehmen, sondern als errungenschaften unserer zeit und unserer gesellschaft schätzen, für die es gilt einzutreten und sie zu verteidigen, aber eben nicht als privilegien, sondern als grundrechte die diese gesellschaft jedem zugestehen muss, und eben nicht als sonderrechte für bestimmte gruppen, zu denen man gehört und für die man sich nun als privilegierte_r zu schämen habe.
also noch einmal: gleiche rechte, glück, gewisser wohlstand und geborgendheit (...) sind keine privilegien, dankbar darf man trotzdem sein und stolz, dass wir in einer zeit leben, in der diese dinge für alle menschen möglich sind. man darf sich auch schlecht fühlen, dass sie, obwohl es möglich wäre, nicht für alle menschen realität sind und man auf kosten von anderen seinen eigenen arsch breit sitzt. und man sollte sich vor allem dafür einsetzen, dass diese dinge jede_r auf erden genießen kann, am besten noch nachhaltig organisiert.
ok und wenn wir diesem alten mann im video zustimmen, dass rechte temporäre privilegien sind, dann sag ich nur noch eines, dann kämpfen wir eben für "privilegien für jedermann" für immer
seeking simone
es gibt ja nun schon mehrere englischsprachige web-serien über lesben. gerade habe ich wieder eine neue entdeckt: seeking simone, eine lesbe im online-dating-dschungel. sehr schön produziert und amüsant!
hier der trailer:
hier zur website, leider sind erst zwei episoden online.
kjm rügt fernsehen wegen frauenfeindlichen inhalten - so what?
schön und gut, dass man da auf der homepage liest:
"Ein Großteil der Rundfunk-Verstöße hat im zweiten Quartal 2009 sexuelle Inhalte aufgewiesen. Darunter waren zwei sogenannte „unzulässige Angebote" (§ 4 JMStV). Der Erotik-Clip „Actiongirls.com (Vol.7)" (DSF, Nachtprogramm) zeigte im frei empfangbaren Fernsehen frauenfeindliche und degradierende Darstellungen von Frauen, die offensichtlich auf männlichen Herrschafts- und Unterwerfungsphantasien basierten."
quelle kjm website
ich frag mich schlicht und einfach, in was für medienwelten diese medienwächter da leben. im fernsehen werden sachen angeklagt, die im internet nur noch gähnen verursachen. ich habe mir gerade die actiongirls.com angeschaut, im gegensatz zu dem mainstream!!! porno im netz ist das schmuseerotik.
also wann fängt man an, jenseits von stoppschildern für pädophile, über porno im netz ernsthaft zu diskutieren?
ich persönlich find, dass nur weil sex drauf steht, noch lange nicht unterdrückung, gewalt, diskriminierung drin sein darf.
müssen sich die leute eben an andere pornos gewöhnen, wäre doch mal ein fortschritt und eine bereicherung für alle. und wir wären den müll aus dieser porno-industrie los und die server wären frei für schönere inhalte.
weltkarte mit regierungschefinnen
auf das bild klicken für größere karte
erklärung:
"Karte, auf der Staaten, die weibliche Staatsoberhäupter oder Regierungschefs hatten, rot markiert sind. Je früher die erste Amtszeit, desto dunkler die rötliche Färbung."
quelle wikipedia
und hier noch eine liste mit jahresangaben
Samstag, 11. Juli 2009
ein tag gender is happening

so, heute habe ich es also doch noch auf das gender happening geschafft.
ich würde die stimmung mal in etwa so beschreiben: linker gender aktivismus trifft etablierte, politische stiftung. vegane vokü bei der heinrich-böll-stiftung, da kommen eventuell erinnerungen an eine zeit der grünen auf, die schon lange vergangenheit ist.
der heinrich-böll-stiftung kann es aber sicherlich gut tun, sich für diese neue generation von aktivismus im bereich feminismus, queer, trans zu öffnen. älteres publikum glänzte aber eher durch abwesenheit, so dass ein direkter austausch zwischen institutionalisierten alten hasen und jungen wilden, wohl eher nicht zu stande kam.
trotzdem rundum ein gelungener versuch, einer etablierten institutionen sich für diese subkultur zu öffnen.
mein eindruck war also durchaus positiv und ich wünsch mir mehr davon.
inhaltliches, das ich für mich von den besuchten veranstaltungen mitgenommen haben:
- wir benötigen mehr riot femmes als drag künstlerinnen
- ist brüno drag? und gar politisch?
- die gender-perfomance von politiker_innen sollte man lieber mit einem komplexen gender-begriff analysieren - sonst wird es schnell platt
- homophobie geschieht dort, wo heteronormative gewalt menschen dazu 'zwingt'/normalisiert, sich einer heterosexuellen matrix entsprechend zu subjektivieren.
- die gleichgeschlechtlichen sexualkontakte unter jugendlichen haben dramatisch abgenommen - in den usa gibt es bei kino-besuchen mit freunden einen 'gay-seat', ein platz bleibt zwischen jungs als 'sicherheitszone' frei - absurd.
- respekt, als ansatz um gegen homophobie zu kämpfen ist vermutlich der falsche ansatz, er zementiert lediglich grenzen zwischen homos und migrant_innen
so, das war's - danke allen engagierten menschen, die das gender is happening auf die beine gestellt haben!
und let's gender rock das web 2.0!
Mittwoch, 8. Juli 2009
Montag, 6. Juli 2009
privilegien test

der privilegien test ist ein test, ein spiel oder auch eine methode, um über die eigene gesellschaftliche position nachzudenken.
es geht darum zu fragen, welche privilegien man hat, etwa beispielweise hinsichtlich der bildung oder der herkunft, aber auch die frage nach benachteiligungen wird gestellt, etwa hinsichtlich des geschlechts oder auch der religion.
er wird üblicherweise mit gruppen 'gespielt', um für das theme diskriminierung zu sensibilisieren. hier eine anleitung.
beispiele aus dieser anleitung:
- Wenn Ihre Vorfahren nicht aus Deutschland kommen, treten Sie einen Schritt zurück.
- Wenn Ihre primäre ethnische Identität nicht deutsch ist, treten Sie einen Schritt zurück.
- Wenn Sie je mit Schimpfworten bezeichnet worden sind wegen Ihrer Rasse, Ethnizität, Nationalität, Schichtzugehörigkeit, ihres Geschlechts oder sexuellen Orientierung, treten Sie einen Schritt zurück.
- Wenn in Ihrem Zuhause Menschen anderer Hautfarbe oder Herkunft je als Bedienstete, als Gärtnerinnen oder Gärtner, als Putzhilfen o.ä. gearbeitet haben, treten Sie einen Schritt vor.
- Wenn Ihre Eltern Angestellte oder Selbständige waren, treten Sie einen Schritt vor.
...
nun habe ich aber auch eine online-version aus den usa entdeckt - hier geht's zum quiz
die einleitung zum quiz finde ich ganz gut gelungen:
People who have privilege rarely know they have it. It just seems normal to them and comes naturally. People who are disadvantaged, however, are usually painfully aware of what they lack.
America is often called a "Land of Opportunity", but the American dream of upward social mobility is more a myth than a reality. The vast majority of people will not rise above their parents' station in society, and the gap between the rich and poor has been widening rapidly in recent decades.
Common markers of privilege are whiteness, maleness, and wealth. These are highly correlated with quality of life, and if you don't have them, you may be no better off than a person in a Third World country. What are your life chances really like?
das quiz ist nun lediglich einer dieser unwissenschaftlichen internet-tests, aber ich denke, dass das wichtigste ist, anregungen zu bekommen, durch welche man dann weiter denken kann.
PS: die bilder sind versuche, die sogenannten diversity dimensionen grafisch darzustellen.
Freitag, 3. Juli 2009
the rules, ausweitung der kampfzone, kümmer dich

also die amerikaner die spinnen. aufmerksam geworden auf das buch "the rules" bin ich durch diese Harald Martenstein kolumne im Zeit Magazin.
der glaube ich nicht immer ganz feministische martenstein, glossiert über das buch "the rules", welches in den usa den menschen erklärt, nach welchen regeln die heterosexuelle partnersuche funktioniert.
die regeln lesen sich der kolumne nach wirklich absolut absurd:
"Das erste Date findet stets zwischen Montag und Donnerstag statt, niemals am Wochenende. Ort des ersten Dates ist eine Bar, kein Restaurant. Das Treffen endet vor Mitternacht. Beim ersten Date informieren sich Mann und Frau über ihre Berufe, den Bildungsgrad, das ungefähre Einkommen, die bevorzugten Freizeitbeschäftigungen und ihre Einstellung zu Kindern. Kontroverse Themen oder tief gründelnde Erörterungen sind zu vermeiden. Die Getränke bezahlt der Mann. Bei der Verabschiedung, vollzogen durch ein Küsschen auf die Wange, beugen sich beide Personen mit dem Oberkörper leicht vor, die Schuhe stehen dabei möglichst weit voneinander entfernt."
"Die Rechnung zahlt der Mann, sie sollte, einschließlich Trinkgeld, mindestens 100 Dollar betragen. Amerikanerinnen, die Europäer daten, bieten meist an, die Hälfte der Rechnung zu übernehmen. Man weiß, dass dergleichen in Europa üblich ist, in den USA heißt diese Praxis going Dutch . Ein Europäer, der sagt: »I am not going Dutch«, verbessert seine Chancen. Nach dem zweiten Date ist der Austausch von Zärtlichkeiten erlaubt. Bei einer sehr hohen Rechnung darf der Mann Geschlechtsverkehr vorschlagen, die Frau darf ohne Gesichtsverlust akzeptieren, selbstverständlich auch ablehnen. Nach dem dritten Date, und allen weiteren, die folgen, kommt es üblicherweise zu Geschlechtsverkehr."
"In the talk erklären beide Seiten ausdrücklich und verbindlich, dass sie ein exklusives sexuelles Verhältnis wünschen und von nun an Treue erwarten, umgekehrt aber auch Treue zu liefern bereit sind. Grundregel: No talk, no deal. Hält die Beziehung ein Jahr, wird vom Mann zum Tag des Jubiläums von the talk ein Verlobungsring erwartet. Der Preis des Ringes beträgt, möglichst genau, drei Nettomonatsgehälter des Mannes, in Texas sind vier Monatsgehälter üblich. Wird der Ring nicht geliefert oder erfüllt der Ring und damit das Gehalt des Mannes nicht die Erwartungen der Frau, darf sie die Beziehung sofort und ohne Erklärungen beenden, indem sie nicht mehr ans Telefon geht."
zur ganzen kolumne
und hier gibt's online die 10 Top Rules
"the rules" hat mit diesen absurden regeln einen mächtigen markt erschlossen (hier zur überladenen website). die autorinnen Ellen Fain und Sherrie Schneider scheinen mit "the rules" richtig geld zu machen, es gibt workshops, seminare, coaching, etc. und das alles natürlich gegen cash.
wahnsinn!
mich alles erinnert das lediglich an das wunderbare buch "die ausweitung der kampfzone" von Michel Houellebecq.
in dem buch beschreibt houellebecq das leben eines durchschnittlichen angestellten, der angesichts seines nicht-erfolgs bei frauen zu der einsicht kommt, dass zwei systeme die welt beherrschen: geld, das kennt man ja, aber auch sex. es findet demnach nicht nur ein kampf um's geld statt, sondern auch um sex. es sind gefühlskalte kampfzonen, in denen es darum geht, erfolgreich zu sein. in beiden kampfzonen gibt es gewinner und verlierer.
und "the rules" scheint nun die anleitung für diese kämpfe zu bieten, wie gehör ich zu den gewinnern dieser kämpfe? nach welchen regeln funktioniert das spiel um sex und geld? denn "the rules" scheint mir vor allem eines: kalt.
Zitate aus dem Buch:
"Als Programmierer in einem EDV-Dienstleistungsbetrieb verdiene ich netto das Zweieinhalbfache vom Mindestlohn; das ist eine ganze Menge Kaufkraft. (...) Im großen und ganzen kann ich mit meiner gesellschaftlichen Stellung zufrieden sein. In sexueller Hinsicht sieht es weniger berauschend aus. (...) Seit meiner Trennung von Véronique vor zwei Jahren habe ich nicht eine einzige Frau kennengelernt." (1999, S.17)
"In einem Wirtschaftssystem, in dem Entlassungen verboten sind, findet ein jeder recht oder schlecht seinen Platz. In einem sexuellen System, in dem Ehebruch verboten ist, findet jeder recht oder schlecht seinen Bettgenossen. In einem völlig liberalen Wirtschaftssystem häufen einige wenige beträchtliche Reichtümer an; andere verkommen in der Arbeitslosigkeit und im Elend. In einem völlig liberalen Sexualsystem haben einige ein abwechslungsreiches und erregendes Sexualleben; andere sind auf Masturbation und Einsamkeit beschränkt. Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone, das heißt, er gilt für alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone, ihre Ausdehnung auf alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen." (1999, S.99)
hier noch ein ausschnitt aus der verfilmung:
PS: mein privater tip: ich war auch schon verzweifelt auf dem beziehungsmarkt unterwegs und habe ebenfalls angefangen, ihn als "markt" zu betrachten. blind-dates, zack, zack ... mein marktwert schien nicht gerade der beste zu sein, also abnehmen, geschichten aufmöbeln...
aber letztlich ist liebe eben etwas anderes, was nicht auf diesem markt statt findet. ihr werdet jemanden treffen und dann ist es plötzlich ganz einfach. und liebe ist, finde ich zumindest, ein bereich, bei dem es nicht um leistung und erfolg geht, sondern vor allem um selbstentfaltung. ein ort, wo man unterstützt und begleitet, jenseits von allen marktmechanismen, sondern einfach aus liebe.
dieses erinnert mich wiederum an die biografie von Marcel Reich-Ranicki und an die beiden sätze der mutter: "kümmer dich um das mädchen" und "kümmer dich um marcel". diese beiden sätzen scheinen das fundament der liebe zwischen Teofila und Marcel Reich-Ranicki zu sein und sie durch ihr leben getragen zu haben. 
ein sehr bewegendes und beeindruckendes leben:
PPS: liebe ist vielleicht ein auftrag? wie das leben eine aufgabe ist.
Freitag, 26. Juni 2009
na toll: "100% political incorrect"
also da suche ich nach einer party, auf die man vielleicht zum csd gehen könnte. da finde ich diese tolle, große lesbenparty in der maria, eine location, die ich sehr mag... wunderbar also - denke ich. ich google kurz nach dem flyer und ok, er sieht jetzt nicht gerade berauschend aus, aber was mir wirklich schlechte laune bereitet ist, dass man dort liest, dass die party zu "100% political incorrect" werde und "just party"!
also ich frage mich wirklich, wozu man das auf einen csd-party flyer druckt. ich meine, wir haben bereits 364 tage im jahr unpolitische partys in der lesben-mainstream-szene, warum muss jetzt auch noch dieser tag, an dem bürger_innen in der tradition von stonewall auf die straße gehen, auch noch als unpolitisch erklärt werden? mir wird's echt schlecht bei dieser entwicklung!
für eine größere ansicht auf das bild klicken:
was ist also der unterschied zu der lesben-szene in den usa, so wie ich sie mitbekomme, und der deutschen lesben-szene? in den usa wird politik und party verbunden. politik gilt als chick, hollywoods stars sind sogar politisch, wenn es um homo-rechte geht. in deutschland hingegen machen es sich die homos auf einem diskriminierenden partnerschaftsgesetz bequem und ziehen sich ins private zurück.
politisch ist mainstream und muss mainstream bleiben und darf nicht auf das kleine grüppchen, das durch kreuzberg zieht, "abgeschoben" werden.
100% political correct muss das ziel sein! denn pc ist chick und keiner sollte sich dafür zu fein sein!!! 

