interessante diskussion, die in schweden stattgefunden hat. sind religionen die brutstätten der homophobie? anschauen lohnt sich
ein satz von Anna Karin Hammar ,dem ich voll und ganz zustimme und um den es mir eigentlich die gesamte zeit geht:
"it is dangerous to isolate religion from the claim of change"
besser ist es hingegen: "taking the tools [die bibel] out of the hand of those who would like to work for homophobia". - "change religion", ist der einzige weg. wir werden sie nicht abschaffen können.
ebenfalls ein wichtiger satz von Barbro Westerholm: "you can change" ... "but you have to find your friends in the group [christen], where you also have your enemies". und das geht leider reichlich schlecht, wenn man vorher alles erst mal nieder macht, was deine freunde ausmacht und an was sie glauben.
und dann wird es wirklich wichtig, wenn Anna Karin Hammar sagt: "I am so sorry to hear what you say, because you are using the same argument as my worst opponents, they say: you can not be priest you are a women you are a lesbian, you are not allowed to be priest because our dogmas can not change. and I say our dogmas can change and faith is only alive, when it is changing within societies an cultures". das ist ein sehr wichtiger punkt, indem homo- und frauenrechtlerInnen einen gegensatz zwischen glaube und diesen rechten konstruieren, spielen sie letztlich ihren feinden in die hände und insbesondere ist dieses wenig hilfreich für homos und frauen in der kirche.
ps: was ich wirklich komisch finde, dass ständig alle denken, rationales denken würde, im sinne einer evolution des wissens, über kurz oder lang alle dazu bringen zu denken, frauen und männer sind gleichberechtigt, homosexuelle sind gleichberechtig. man kann genauso gut die wissenschaft, wie die bibel zu rate ziehen, um zu zeigen, dass frauen weniger wert, intelligent etc. sind wie männer, das wird in der wissenschaft bis heute ständig getan ... also die wissenschaft wird uns nicht davon befreien, werturteile zu fällen. die eugenik war doch eine mischung aus religion, kultur, kapitalismus, aufklärung, wissenschaft, das war doch kein reines, rationales denken, es ist doch wahnsinn zu glauben, so eine wissenschaft kann uns nicht nochmal passieren.
Dienstag, 31. März 2009
sind die religionen brutstätten der homophobie?
Labels: homophobie, politik, religion
neue homophobie studie der europäischen union
wir haben es mal wieder schwarz auf weiß, um homophobie zu finden, müssen wir nicht in den irak fahren, sondern so was gibt's auch in der EU.
die "Agentur der Europäischen Union für Grundrechte" hat heute eine Studie dazu veröffentlicht:
“Homophobia and Discrimination on Grounds of Sexual Orientation and Gender Identity in the EU Member States: Part II - The Social Situation "
darin zeigt man sich besonders empört, dass es nach wie vor auch körperliche gewalt bis hin zu mord aus homophoben gründen gibt. weiterhin stellt man ein "ost-westgefälle" fest, d.h. homosexeulle sind in den niederlande oder in schweden weit aus akzeptierter als etwa in polen.
mehr infos auf der FRA seite
die scheinen bei dieser "Fundamental Rights Agency - FRA" übrigens wirklich eine nette anti-diskriminierungs- und diversity-arbeit zu machen.
Labels: homophobie, politik
Montag, 30. März 2009
homos gegen christen?
solche videos sind echt drastisch, sie verdrehen die realität und das in so einer guten qualität - homophobie auf hohem niveau:
meine antwort: homos und christen mit dem herz am rechten fleck vereinigt euch, für eine bunte, offene gesellschaft, in der jeder in geborgenheit glücklich werden kann.
ps: wäre es nicht so traurig, würde ich über die rosa-jacket frau mit brosche einfach nur lachen...
Freitag, 27. März 2009
amok - computerspiele - lesben
endlich gibt es hier einen richtigen lesben-post
- computerspiele unserer kindheit und jugend.
im zuge der amokdiskussion um computerspiele, habe ich mir mal überlegt, was ich damals so gespielt habe, es gibt videos davon auf youtube, ach sind das nicht schöne erinnerungen, die sonne scheint, hochsommer, das rollo ist unten und ich sitze in papas büro am 386er und spiele computer, mama ruft zum essen, um 16 Uhr kommt Blossom, danach ALF...
1. Prince Of Persia 1990
dieses ist von 1990, da war ich zehn jahre, da ich es auf einer diskette bekommen hatte, war ich vielleicht schon 12 oder 13, unglaublich ich kann mich an all die schritte erinnern, jetzt springen, jetzt einen kleinen vorsichtigen schritt vor, jetzt hoch ziehen.... das level im video habe ich bestimmt schon 300 mal gespielt.
2. Pacman 1980 erfunden: stunden über stunden und noch mehr stunden - geil
dieses uhhhhhhhh, dip dip dip, da ist es vor allem das geräusch und das grün was erinnerungen in mir wegt und das uuhm uhmmm, wenn man ein monster erwischt... herrlich
und der adrenalinspiegel, wenn es knapp wird, daran erinnere ich mich auch.
3. Lemminge 1991
auch hier habe ich noch jedes level im kopf. an die musik kann ich mich jedoch gar nicht erinnen, ich glaube bei mir gab es die musik nicht. aber an das geräusch, wenn die Lemminge durch das tor gehen, kann ich mich erinnern, wie befriedigent. graben, 1,2,3,4,5 selbstzerstörung, oh wie super. ich wüsste wahrscheinlich heute noch aus dem stand einige der level-lösungen.
4. Wolfenstein 3D 1994
und dann habe ich so ein verbotenes 3D-ego-shooter spiel gespielt. von dem ich gerade eben das erstemal lese, dass es verboten war. ich hatte es auf 4 oder 5 disketten von dem dicken, freak aus meiner klasse bekommen, der wohl nett zu mir sein wollte.
und irgendwie habe ich mich damals auch gefragt, was es mit den hakenkreuzen auf sich hatte, aber ich dachte mir, soweit ich mich erinnere, es gehe darum nazis (das böse) abzuschießen. ich erinnere mich hier auch nicht an die musik, aber an die 3D wände und die pflanzen... und das darin herum spazieren und daran, dass es immer zu wenig zu ballern gab. das spiel ist wohl der meilenstein auf dem weg zu counter-strike.
5. Galactix 1992
sogar mein space shooting game hab ich wieder gefunden: es hieß also Galactix. war das geil. sehr einnehmend. da war einfach alles um einen weg. toll und ja der adrenalinschub, wenn man versuchte noch in letzter sekunde diese pakete zu bekommen, damit man besser waffen kriegt - wahnsinn, so war das.
6. Yeah und Autorennen - Grand Prix Circuit 1988
oh gott, die musik, lässt alle knochen bei mir tanzen. ich habe das spiel damals absorbiert. wahnsinn, geil, ich habe den impuls mich wieder stunden davor zu setzen... prima... also auch hier ist wieder bei der musik der erinnerungswert am höchsten.
7. Gameboy 1989
ja irgendwann hatte ich dann auch einen gameboy und zwar selbst gekauft. das war also erst ziemlich spät. ich glaube den hatte ich von einem nachbarsmädchen abgekauft. und da waren genau zwei spiele dabei - oh war das toll, sich ein lager aus den kissen im wohnzimmer zu bauen, sich zu verkriechen und ewig, ewig zu spielen:
Spiel a) natürlich Tetris, geil, die musik ist hier die top1 erinnerung:
ach ja die rakete, die immer mächtiger wurde, oh, das war ja schick:
Spiel b) Ninja Turtles
juppi - ich kann mich an einfach alles erinnern, jeder ton löst spannung und glücksgefühle aus, heute noch, wahnsinn, pling, pling, ja los gehts. super!!!
ach waren das zeiten... ich habe aber auch noch andere sachen in meiner kindheit/jugend gemacht: experimentierkästen, mäuse fangen, schlammschlacht, klingerputze, modellbau, seifenkisten bauen, lego-eisenbahn... das nennt mal wo tomboy, nein die computerspiele haben mich lesbisch gemacht, so muss es sein, man sollte sie verbieten...
ps: meine freundin wird sich sicherlich an den kopf fassen, wenn sie das hier liest. sie ist nämlich noch so ungefähr knapp eine generation vor mir und hat damit keine erfahrungen mit computerspielen in ihrer kindheit und jugend gemacht. ich tippte schon früh solche dinge wie: install c:, copy a: b:, install c:, dell a:, oder so ähnlich, ui ich kann kein dos mehr, jedenfalls hatte meine freundin glaube ich erst an der uni die ersten computer-erlebnisse.
selbst in die vergangenheit reisen? hier gibt es die dos-games zum heute spielen
und heute? ich spiele null,000000 computer spiele. ich habe ein bohnenspiel selbst getöpfert und spiele es ab und an mit echten bohnen - so ändern sich die zeiten.
Labels: spaß, youtube fundstücke
Dienstag, 24. März 2009
ich muss schon zugeben,
es ist schwierig nicht in ein 'christen bashing' (fußnote) zu verfallen, zumal wenn man selbst nichts mit christentum anfangen kann oder schlechte erfahrungen damit gemacht hat und ständig nur diese anti-homo auswürfe der kirche in den (homo)medien um die ohren geworfen bekommt (warum das keine lösung sein kann, dazu dieses post)
bei meinen recherchen bin ich nämlich auch auf diesen verein gestoßen:"Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK) e.V.", welcher eine aktionshomepage betreibt, die da heißt "Aktion Kinder in Gefahr", und eine petition an den deutschen bundestag am laufen hat, die da heißt "Kein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare"
und die haben etliche anti-homo videos im netz:
die sehen so aus:
zum glück hat ein kluger youtube-user eine adequate antwort darauf gefunden:
ps: ich denke eigentlich, dass diese videos die beste bestätigung dafür sind, dass es nicht an der religion liegt, wenn man homofeindliche dinge von sich gibt, ich glaube, dass diese menschen mal so gar nicht verstanden haben, worum es bei der sache mit gott eigentlich geht.
fußnote:
wie ambivalent es ist, von 'christen bashing' in gleicher weise, wie von 'gay bashing' zu sprechen, macht dieses video klar:
ps zur fußnote:
auch dieses video zeigt mir nur eines: wir sollten einfach damit aufhören, uns gegenseitig zu radikalisieren. die meisten christen in deutschland sind nicht evangelikal, fundamentalistisch. wir sollten erst gar keine zustände wie in den usa hier entstehen lassen. die amtskirchen in deutschland sind gegen hass und gewalt gegenüber von schwulen und lesben und die meisten gläubigen haben nochmals eine liberalere einstellung, als 'die da oben' in der kirche oder der papst in rom - sie benützen ja auch kondome, lassen sich scheiden und haben sex vor der ehe etc. also besser zusammen gegen fundamentalisten, als sich gegenseitig zu radikalisieren.
könnte das sein? Henry Adams forschung zu homophobie
das wäre ja skandalös ... homophobe sind unterdrückte homos, oder so ähnlich?
zumindest denke ich, kann man homophobie an unsicherheiten mit der eigenen geschlechtsidentität bzw. rigorose, beengende anforderungen an die geschlechtidentität anbinden... ein grund mehr einfach lässiger damit umzugehen ... aber das war uns ja so oder so schon klar ... für eine queere welt ...
"Homophobia as internal anxiety redirected outwards
Some researchers have postulated that homosexuality is an anxiety-based phenomenon. Psychoanalytic theories suggest that homophobia is a result of repressed homosexual urges. Anxiety about homosexuality typically does not occur in individuals who are same-sex oriented. Instead, it usually involves individuals who are ostensibly heterosexual but have difficulty integrating their homosexual feelings or activity.
Henry Adams led a groundbreaking research project in 1996 to test the above theory. See the summary by Charlene Muehlenhard, PhD.
In brief, Adams et al studied 64 white heterosexual men. Through an attitudes questionnaire, they were divided into two groups: 35 were classified homophobic and 29 non-homophobic. Then the participants put on penile gauges and watched videos of heterosexual sex, male-male acts and lesbian acts (This was included because heterosexual men find lesbian sex highly arousing, while homosexual men are unaffected by it. It’s a very useful differentiator, ensuring that no homosexual men were mixed in the study group).
While watching the male-male porn, the homophobic group showed a greater degree of sexual arousal than the non-homophobic group.
No significant arousal - Homophobic subjects:20%; Non-homophobic subjects:66%
Moderate arousal - Homophobic subjects:26%; Non-homophobic subjects: 10%
Definite arousal - Homophobic subjects:54%; Non-homophobic subjects: 24%
The results lend support to the theory of homophobia as repressed homosexual desires. However, other explanations are possible and further research is needed."
Quelle
zum selber nachlesen: Henry E. Adams u. a., „Is Homophobia Associated With Homosexual Arousal?“ Journal of Abnormal Psychology 105 Nr. 3 (1996), 440-445.
und ein youtube fundstück dazu:
Labels: diskriminierung, fundstücke, homophobie, youtube fundstücke
Montag, 23. März 2009
die ellen und die portia sind einfach die besten
oh wäre das schön, wenn wir ein solch wunderbares promi-lesben paar in deutschland hätten .... mit so viel humor für homorechte, da macht der kampf doch wieder spaß...
Labels: lesben promis, politik, youtube fundstücke
homosexualität und religion(sunterricht)
Es bewegt mich, es treibt mich um, deshalb einige Worte zur übersteigerten Debatte um Homosexualität und Pro-Reli oder Pro-Ethik und im größerem Zusammenhang zu Homosexualität und Religion:
Zu meiner Person vorab: nicht getauft, evangelischer Religionsunterricht, etwas gläubig, alle paar Sonntage mal in der Kirche, evangelische Mutter, Vater nicht praktizierender Moslem - keine hardcore Christin also,
ach ja und homosexuell, trotzdem fallen mir diese Worte ein:
- Menschen sind nicht entweder Homosexuelle oder Christen, sie sind beides, gleichzeitig, es ist Teil ihres Lebens, ihrer Werte, ihrer Ethik, ihrer Liebe.
- Wenn es sich um die Frage der Wahl dreht, sind sich Christ sein/ ein Gläubiger sein und ein/e Homosexuelle/r sein sehr ähnlich. Beides sind Geschenke Gottes. Es ist nicht eine Wahl für etwas Böses (Homofeindlichkeit oder sündhafter Sex). Sie sind Glaube im Alltag und in der kirchlichen Gemeinschaft und gleichgeschlechtliche Liebe im Alltag und im Bett. Beides sind gute und schöne Geschenke, wenn man sie ablehnt und zurückweist ist es viel eher eine Zurückweisung, eine Trennung von Gott (=Sünde).
- Homofeindlichkeit ist nicht religiös motiviert, sondern es wäre besser zu sagen, Religion wird instrumentalisiert von homofeindlichen Menschen, Gruppierungen und Kulturen. Religion wird missbraucht, genau dagegen wendet sich etwa schon Jesus.
- Die Bibel und die Auslegung der Bibel, ist in einem kulturellen Kontext zu betrachten. Die Homofeindlichkeit der Bibel (falls existent) spiegelt nicht den Hass Gottes gegenüber homosexuellen Menschen wieder, sondern den Hass, das Unverständnis der Menschen in ihrer Zeit. Es ist auch anzunehmen, dass es überhaupt keine homofeinliche Stellen in der Bibel zu finden gibt, insofern man die Bibel(stellen) im (kulturellen, historischen) Kontext liest. Homofeindlichkeit ist eine Frage des kulturellen Kontextes des Schreibens und Lesens der Bibel. Die Übersteigerung der Frage nach der Homosexualität, ist eine Sache unserer Kultur, nicht der Bibel - dass Schnecken zu essen Sünde sei, kann man ebenfalls in der Bibel (heraus)lesen, dieses wird in unserer modernen, aufgeklärten Gesellschaft aber weit aus weniger häufig diskutiert.
- Gott ist nicht homofeindlich, sondern Jesus wäre bei jedem CSD vorne mit gelaufen. Gott liebt alle Menschen, insbesondere die ausgestoßenen, diskriminierten Menschen.
- Es ist ein Irrweg, den Menschen einzureden, christlich sein ist identisch damit, homofeindlich zu sein, ob nun von fundametalistischer oder schwuler Seite aus.
Diese Polarisierung spaltet die Menschen viel mehr, als dass sie Menschen, die für eine friedliche, humane Welt eintreten, zusammen bringt.
Es gibt viele Menschen, viele Zitate, viele Vertreter, die sich gegen Homosexuelle richten, auf Seiten der Christen wie auf Seiten nicht gläubiger Menschen. Auffällig ist vor allem der patriachale Kontext dieser Worte und nicht der religiöse. Christ sein und homosexuell sein oder Christ sein und Kämpfer für die Rechte Homosexeuller zu sein, sind keine Widersprüche.
- Man wird nicht alle gläubige Menschen dazu bewegen können, aus der Kirche auszutreten. Es ist keine Frage der Wahl im Sinne eines Vereinsaustrittes. Die Menschen werden nicht ihren Glauben aufgeben, nur weil man ihnen einredet, dann müssten sie homofeinlich sein, zumal dieses gar nicht der Fall ist. Genau das eben, gilt es aufzuzeigen. Ein gläubiger Mensch zu sein, bedeutet Liebe als Geschenk Gottes zu verstehen und seinen Nächsten zu achten und sich für entrechtete Menschen einzusetzen, seien sie nun homosexuell, obdachlos, schwarz, gelb, rot, arm.
- Gott ist eine Botschaft der Liebe, niemand muss an ihn glauben. Man sollte darauf achten, sich die Bibel und die gläubige Gemeinschaft nicht zu Orten des Hasses machen zu lassen, ob von schwuler Seite aus, die es den Menschen versuchen einzureden, oder von christlich fundamentalistischer Seite aus, die Menschen mit ihrem Hass verblenden.
- Sucht was euch einigt, anstatt Menschen (in sich) zu spalten. Die meisten Menschen möchten ein friedliches, glückliches Leben in Begegegnung und Zusammenhalt mit ihren Mitmenschen. Lasst euch nicht von machthungrigen Menschen instrumentalisieren, ob nun Homo oder Christ.
Homos in der Kirche:
Homo-Christen:
linet-c Internetnetzwerk für christliche Lesben
NKL - Netzwerk kath. Lesben
Ökumenische Arbeitsgruppe, Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.
LUK - Lesben und Kirche
Homo-Christen International:
International Gay Christ
SisterFriends Together - USA Homo-Lesben
Pro-Homo in der Kirche:
Evangelische Frauenhilfe Deutschland
Zitat, das zeigt, dass nicht alleine auf Seiten der Kirche Baustellen zu finden sind, sondern auch auf Seiten des Staates, aber das ist ja eigentlich klar:
"Die EFHiD fordert deshalb die Bundesregierung auf, die volle rechtliche Gleichstellung umzusetzen, und stellt fest:
- Das LPartErgG muss erneut eingebracht werden.
- Das zivilrechtliche Antidiskriminierungsgesetz darf sich nicht auf die beiden in der EU-Richtlinie genannten Merkmale Rasse und ethnische Herkunft beschränken, sondern muss für sämtliche im Grundgesetz und Amsterdamer Vertrag aufgezählten Merkmale gelten – einschließlich des Merkmals sexueller Identität.
- Für die Adoption von Kindern darf allein das Wohl der Kinder ausschlaggebend sein. Der generelle Ausschluss der gemeinsamen Adoption durch LebenspartnerInnen und der Ausschluss der Stiefkindadoption widersprechen diesem Grundsatz.
- Im Asylrecht muss Verfolgung aufgrund des Geschlechts und aufgrund der sexuellen Orientierung als je eigenständige Asylgründe anerkannt werden.
- Gewalt gegen Lesben und Schwule verletzt Menschen und ist ein Angriff auf die Menschenrechte. Notwendig ist eine wirksame Gewaltprävention.
Die EFHiD fordert sowohl die EKD als auch die Landeskirchen auf, den Diskussionsprozess in ihren Gremien und Gemeinden aktiv zu fördern und dafür Sorge zu tragen, dass Akzeptanz selbstverständlich wird.
- Das kirchliche Dienstrecht muss die Möglichkeit zum Eingehen einer Lebenspartnerschaft berücksichtigen. Es müssen in allen Landeskirchen vergleichbare Kriterien für den Umgang mit Lebenspartnerschaften kirchlicher Mitarbeiterinnen gefunden werden.
- Alle kirchlichen Arbeitsfelder sollen Lesben und Schwulen offen stehen.
- Alle Paare. die um den Segen Gottes bitten, hoffen auf Gottes Zuwendung und Begleitung für ihre Beziehung. Die Frage der sexuellen Orientierung darf nicht das entscheidende Kriterium für die konkrete Gestaltung einer Segnung sein. Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare mit eingetragener Lebenspartnerschaft muss öffentlich. im Gottesdienst, im Rahmen einer Kasualhandlung möglich sein und kann nicht auf seelsorgliche Begleitung und individuellen Segen beschränkt werden. Grundsätzlich muss der Klärungsprozess innerhalb der Landeskirchen vorangetrieben werden, wie sie zukünftig mit ihrer Kasualpraxis die zunehmende Vielfalt von Lebensformen be- gleiten wollen."
Quelle
Katholisches Dominikaner Kloster Braunschweig mit guten Infos und wohl auch Arbeit zum Thema Homosexualität
Und noch ein Doku-Film zu Thema, als Youtube-Fundstück:
ps: was ist nun? bin ich nun pro reli oder pro ethik? mir ist es inzwischen fast schon egal, ob nun pro-reli oder pro-ethik, es gibt so viele argumente, aber homosexualität als argument in dieser frage, scheint mir nicht die beste idee zu sein! das argument stereotypisiert, spaltet und konstruiert künstlich das andere, ob nun homo oder christ, dabei ist dies kein widerspruch und das sollte man den leuten lieber erzählen.
pps: ob nun reli- oder ethik, die frage die sich ja auch stellt: wo ist in der schule eigentlich platz für spiritualität, ist dieses nicht ein wichtiger teil der (herzens)bildung eines menschen. ich kann nur allen schülerInnen raten zu schauen, wo ihr in kontakt mit solchen erfahrungen kommt - musik-, kunst-, religionunterricht, oder außerhalb der schule. es hängt sicherlich immer auch vom lehrer ab. der besuch mit einigen meiner reli-klasse einer taizé-veranstaltung, ist mir bis heute als spirituelles erlebnis gut in erinnerung und in meinem herzen.
ein netter link dazu
Labels: diskriminierung, lesben, politik, religion, youtube fundstücke
Donnerstag, 19. März 2009
gender und amok
zur debatte um "Herr Koma kommt: Frauenmord in Winnenden":
waffengesetze, killerspiele - daran soll es nun also liegen ... es liegt wohl an vielem mehr, aber warum diskutiert fast niemand (auch) darüber, dass unter den ganzen dingen, die da schief laufen - privat und gesellschaftlich - wir es auch mit massivem "gender-trouble" zu tun haben
themen, die da offensichtlich rein gehören, aber niemanden zu interessieren scheinen:
- männer und gewalt
- jungs und schule/bildung
- sexismus, frauenhass
- pornografie
- porno/gewalt-rap
- vorbilder für jungs
- hassverbrechen
- männliche identität
ein paar fundstücke zum thema gender und amoklauf:
"Weiter heißt es unter Berufung auf die Ermittler, unter den rund 200 auf dem Computer des 17-Jährigen gefundenen Porno-Bilder seien 120 Bilder von gefesselten Frauen."
quelle der standard
"Warum sind Amokläufer fast ausschließlich männlich?" fragt die Unternehmerin Susanne Weimann (alias Ms Brainshaker). Und Schauspieler Gerd Buurmann aus Köln klagt: "Mich macht es fuchsteufelswild, wenn ich höre, der Amokläufer hätte wahllos um sich geschossen. Er hat gezielt in die Köpfe von Mädchen geschossen. Das ist alles, aber nicht wahllos. Wieso wird das nicht deutlich gesagt?"
"Die Polizei sagte es auf ihrer ersten Pressekonferenz am 11. März noch unmissverständlich: "Auffällig ist, dass es sich bei den Opfern vor allem um Mädchen handelte." In der Tat: Von insgesamt 19 Opfern in der Schule – von denen zwölf tot sind und sieben verletzt – sind 18 weiblich, also 95 Prozent."
"Was eigentlich wäre los, wenn Tim K. in einer gemischten deutsch-türkischen Klasse zu 95 Prozent Türken erschossen hätte? Die Hölle wäre los! Im ganzen Land gäbe es Proteste und Demonstrationen gegen die Ausländerfeindlichkeit. Doch in diesem Fall hat es sich ja nur um Frauenfeindlichkeit gehandelt."
Quelle Artikel unter Emma Online
"Yet the mainstream media discourse about school shootings is typically degendered, with reporters and commentators referring to “perpetrators,” “shooters,” “individuals,” “kids killing kids,” etc., when nearly all of the killings are done by men and boys. You employ the concept of a “crisis in masculinity” that I have also used in my work. What is your understanding of this crisis in masculinity, and how do you see this crisis playing a role in these killings?"
"The striking thing about many of the shootings from Columbine to the present was that it was white middle-class school shooters who tended to attack their victims indiscriminately, showing that alienation and violence is expanding through all classes, races, and sectors of contemporary U.S. society."
Quelle
Jacksom Katz lehrvideo zu männlichkeit und gewalt:
Jackson Katz zu school shootings und männlichkeit
1989 wurde in folge eines frauenhass-amoklaufes die white ribbon campaign gegründet:
"Die WHITE RIBBON CAMPAIGN wurde von einer Handvoll Männer um den Soziologen Michael Kaufman gegründet, nachdem am 06.12.1989 der Amokläufer Marc Lepin 14 Studentinnen der Ecole Polytechnique in Montreal "aus Frauenhass" getötet hatte. Die Kampagne von Männern gegen Männergewalt an Frauen arbeitet dafür, die männliche Gewalt gegen Frauen zu beenden. 1991 beschlossen die Männer als äußeres Zeichen ihrer Aktion eine weiße Schleife als Symbol für den Widerstand von Männern gegen Männergewalt an Frauen zu tragen. Die WEISSE SCHLEIFE ist ein Zeichen, dass heute viele Männer "Mann-Sein" nicht mehr mit Gewaltausübung verknüpfen und verstärkt über die Entstehung und Präventions- möglichkeiten von Männergewalt gegen Frauen diskutieren." Quelle
eine analyse des mediendiskurses nach dem amoklaufes hinsichtlich des ausschweigens über den gender-aspekt bietet Brigitta Huhnke mit ihrem artikel
"Fünf Tage Mediengau: Der Mädchen- und Frauenmord von Winnenden"
literaturhinweis
Douglas Kellner über männlichkeit, waffen und school shootings
Labels: fundstücke, gender, gewalt, medien


